Freitag, 29. Januar 2016

Rezension "die fünfte Welle" von Rick Yancey

Hallo ihr Lieben,
heute habe ich meine Rezension zu "die fünfte Welle" für euch. Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar aus dem Goldmann Verlag, vielen Dank dafür!
Insgesamt ist die Rezension ziemlich lang geworden, falls ihr also einen eher kurzen Eindruck möchtet schaut euch einfach die Leseemotionen an.




Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Cassie hat seit der Ankunft der Anderen fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie vor dem Tod. Aber kann sie ihm trauen? Sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ...


"Falls uns jemals Außerirdische besuchen, wird das meiner Meinung nach ähnliche Folgen haben wie die Landung von Christopher Columbus in Amerika, was für die Ureinwohner nicht besonders gut ausging." -Stephen Hawking

Schon das Zitat am Anfang des Buches hat mich zum Nachdenken gebracht, soviele "was wäre wenn" Gedanken, durch einen einfachen Satz. 
Durch dieses Zitat wurde ich perfekt in das Buch geführt, denn es hat dafür gesorgt, dass ich mir die Lage im Buch vorstellen konnte.
Alles beginnt in einem Wald. Cassie ist allein und kämpft ums Überleben. Was es mit den Wellen bisher auf sich hatte oder was genau mit ihrer Familie geschehen ist, wissen wir noch nicht.
Erst mit der Zeit lernt man durch Rückblenden das Ausmaß der Katastrophe kennen. Diese Rückblenden waren immer nur kleine Häppchen, die mich aber dazu verleitet haben unbedingt weiterlesen zu wollen, denn Rick Yanceys Idee ist ein Meisterwerk, einfach genial und so perfekt ausgeklügelt.
Als Cassie und Evan sich dann begegnen, hätte ich nie gedacht, dass vielleicht etwas nicht stimmen konnte, vielmehr verliebte ich mich auf Anhieb in Evan und seine einfühlsame Art.
Die Beziehung zwischen ihm und Cassie schritt meiner Meinung nach jedoch etwas zu schnell voran, auch wenn es hier eher Evan ist, der "unsterblich verliebt" ist, wohingegen man sich über Cassies Gefühle lange nicht sicher sein kann.
Zusammen entwickeln die beiden einen Plan Cassies kleinen Bruder Sammy zu retten, denn er wurden von den Anderen, wie Cassie sie nennt, mitgenommen. Sie gab ihm damals das Versprechen zu ihm zu kommen und das will sie unter keinen Umständen brechen müssen, egal wie schwer es ist. Dieser unfassbare Wille hat mich sehr beeindruckt, wie auch, dass sie sich keineswegs von ihrem Plan hat abbringen lassen.
Neben Cassie wird die Geschichte aber auch noch aus der Sicht von anderen Personen erzählt, was dem Buch sehr viel Komplexität verleiht, da man als Leser immer weiß wo was passiert.
Einer dieser Protagonisten ist Ben/Zombie, wo er sich genau befindet werde ich nicht verraten, aber es ist definitiv spannend. Als man ihn kennenlernt, kam er mir zuerst hart und kalt vor, ich war mir nichtmal sicher ob er überhaupt noch ein Mensch ist, denn wie Cassie kann man auch als Leser niemandem trauen. Doch vor allem als Sammy zu ihm stößt, beginnt er aufzutauen und man merkt was hinter seiner Fassade steckt. Besonders mit diesen beiden habe ich ziemlich mitgelitten, da sie während des Buches sehr viel durchmachen müssen, was mehr als oft auch an die Grenze meiner Gefühle ging.
Die meiste Zeit habe ich mich gefragt, wie Rick Yancey die verschiedenen Stränge zusammenfügen will, aber dieses ist ihm sehr gut gelungen. Dinge, die mich vorher noch verwirrt hatten, ergaben plötzlich Sinn und die Zusammenführung war keineswegs wie gewollt, wovor ich wirklich Angst hatte, sondern einfach logisch und "zufällig".
Die Begegnung von Evan und Ben hat mich dann tatsächlich zum Lachen gebracht, obwohl in dem Buch insgesamt eine dunkle, bedrückende Stimmung herrscht. Doch Cassie schaffte es ebenfalls mich manchmal zum Lachen zu bringen, denn sie hat so einen schwarzen, trockenen Humor, der einen einfach zum Lachen bringen musste, was dem Buch sehr gut getan hat.
Cassie war eine wirklich angenehme Protagonistin. Sie ist eigentlich der Inbegriff von taff. Auch wenn sie alles verloren hat , es fast nichts mehr gibt für das sich das Kämpfen lohnt, kämpft sie immer weiter. Für ihren Bruder und für die Menschheit, denn sie will nicht, dass diese kampflos untergeht. Die Momente, in denen sie sich über den Untergang der Menschheit geäußert hat, haben bei mir eine Gänsehaut verursacht, da es sehr realistisch dargestellt wurde. Teilweise reagiert sie etwas über und ist ziemlich stur, was man ihr bei dem Gedanken, dass sie damit rechnen muss jeden Moment umgebracht zu werden, aber nicht verübeln kann.
Evan gefiel mir vom ersten Moment an, natürlich sieht er gut aus, aber auch seine Art hat mich fasziniert. Er war so herzlich und doch irgendwie so traurig. Die Art wie er versucht hat Cassie zu beschützen und wie man dabei gemerkt hat, wie sehr er sich an sie klammert, als wäre sie seine  letzte Hoffnung, war fantastisch. Vor allem als dann später einiges rauskam, bekam alles so viel Sinn. Ich kann nur sagen, dass ich Evan unheimlich mag und echt gespannt bin, wie es weitergeht.
Zombie/ Ben war mir nicht von Anfang an sympathisch. Als man ihn kennenlernte, dachte ich erst er sei ein Außerirdischer und war wie so oft sehr verwirrt, doch je mehr Seiten verflogen, desto besser lernte man ihn und seine Vergangenheit kennen. Der erst so kalt wirkende Zombie, war plötzlich viel mehr als das. Man merkt wie sehr er unter Druck steht und wie er droht an der Situation kaputt zu gehen. Nach einiger Zeit habe ich begonnen sehr mit ihm mitzufühlen und definitiv auch mitzuzittern, denn wenn Zombie eins ist dann loyal, egal wie schwierig etwas ist, für seine Freunde nimmt er jede Gefahr auf sich.
Rick Yancey hat einen einzigartigen Schreibstil. Er schafft es dadurch den Terror und die Panik, die im Buch vorherrscht, direkt vor den Augen des Lesers real werden zu lassen, wodurch man teilweise wirklich parnoide Vorstellungen bekommt. Das fand ich aber wirklich gut, denn so kann man sich viel besser in die Lage des jeweiligen Protagonisten hineinversetzen.
Ebenfalls habe ich wie bereits erwähnt noch nie ein Buch mit so vielen unglaublich guten Plot Twists gelesen, glaubt mir, die haben mich wirklich jedes Mal umgehauen. Dieses Buch bietet zudem sehr viele wunderschöne Sätze, die mich immer wieder zum Nachdenken gebracht haben.
Das, was das Buch letztendlich zu dem macht, was es ist, ist glaube ich die Tatsache, dass Rick Yancey es schafft, einen Dinge so lange ohne irgendeinen Zweifel glauben zu lassen, bis es sich als falsch herausstellt und erst in diesem Moment fallen einem die kleinen Hinweise und Lücken der vorherigen Annahme auf.

Insgesamt ist "Die fünfte Welle" mein absolutes Monatshighlight und ein neues Lieblingsbuch, da ich noch nie ein Buch gelesen habe, dass so gut aufgebaut ist, mich so sehr mitreißen konnte und bei dem mich jeder Plot Twist begeistern konnte.
Alles in allem also natürlich 5 Rosen!

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